Was von der Band gefilmt wurde, stammt aus ihrem eigenen Archiv — meist ein einzelnes Lied, oft mittendrin abbrechend, wie die Bänder es hergeben.
Proberaumwochen (Tübingen 1996)
Proberaum Tübingen · 1996
Neuneinhalb Minuten aus dem Proberaum im Studentenwohnheim in Tübingen, Herbst 1996 — der erste Blick hinter die Kulissen, den das Archiv hat. Zu sehen ist, wie Kornel Lapon und Severin Schöllhammer den Drumcomputer Nox programmieren, wie Kornel sich am Klavier und am Saxophon warmspielt, und wie die Band arbeitet: „Entre dos lenguas“ erst ohne, dann mit Nox, später zu viert „Entre dos lenguas“, „Metro II“, „Glückliche Depression“ und „Oktober“. Fünf Szenen desselben Bandes, hintereinandergesetzt; er ersetzt den anderthalbminütigen Ausschnitt „Oktober“, der bis dahin hier stand.
Im Studio (Januar 1995)
1995
Neununddreißig Minuten aus dem 24-Spur-Studio Factory of Audio Arts von Roman Schönsee in Beuren, Januar 1995: die Aufnahmen zum ersten Album „Übermut werde Spaten“. Neben der Band und Roman Schönsee sind Verwandte und Freunde dabei — Martin „Kaktus“ Roeder, Bernd Mall als Gastsänger, bevor er ein halbes Jahr später die Gitarre übernimmt, und Peter Filsinger, der dem gesprochenen Schluß von „Weißes Blut“ seine Stimme leiht. Die Kamera blendet ihr Datum ein: zu sehen sind der 14., 15., 18. und 20. Januar 1995. Drei Stellen sind auf Wunsch der Band Loonatikk herausgeschnitten; zwei weitere sind ohne Ton — einmal fremde Musik im Hintergrund, einmal die Coverversion „No lloraré“. Es ist der einzige Film, der zeigt, wie eine Platte dieser Band entstanden ist.
Konzertmitschnitt (Metzingen 1995)
Eine halbe Stunde vom 22. Dezember 1995 in der Stadthalle Metzingen: erst die letzten Minuten hinter der Bühne, dann der Auftritt. Es ist der einzige Film, der die Band auf einer großen Bühne zeigt — über ihr hängt das Transparent des „Metzinger-Uracher Volksblatts“, und genau dieses Blatt führte am selben Tag das Interview, in dem Severin Schöllhammer die Musik „Barockpunk“ nennt. Kornel Lapon spielt bei drei Stücken Saxophon; die Setlist steht in der Chronik. Bei zwei Coverversionen ist der Ton stumm, weil für sie keine Lizenz vorliegt — das Bild läuft weiter.
Konzertmitschnitt (Öhringen 1995)
Vierundvierzig Minuten vom 13. Mai 1995 in Öhringen: Martin Ullmanns letzter Abend mit der Band und zugleich die Premiere der CD „Übermut werde Spaten“. Am Ende bekommt er auf der Bühne einen Rahmen mit Fotos aus der gemeinsamen Zeit. Bernd Mall spielt bei drei Stücken als Gast mit — fünf Wochen bevor er die Gitarre fest übernimmt. Der Mitschnitt ist lückenhaft und bricht mehrfach ab; die Setlist in der Chronik sagt, wo. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung. Vorweg steht eine halbe Minute aus dem Proberaum: Weinflaschen bekommen einen Aufkleber der Band, die Setlist wird geschrieben. Sven Schöllhammer hat darum gebeten, sie an den Film zu setzen statt sie einzeln zu zeigen — „so ein Abend verdient es, zelebriert zu werden. Auch nachträglich, in seiner Dokumentation.“ Er hat dazugeschrieben, was man dort hört: „Ich höre meiner Stimme an, dass ich mit den Tränen kämpfe, als ich meine zwei Kollegen im Bad nach den Weinflaschen frage.“ Und: „Das war für mich, wie der Tag und der Abend auch waren, trotz Stolz und Freude wegen der CD. Mir war das Herz sehr schwer.“
In Paris (3. Juni 1995)
1995
Neuneinhalb Minuten vom 3. Juni 1995, dem Tag vor dem Auftritt in Rambouillet: die Band über den Dächern von Paris, an der Sacré-Cœur, am Arc de Triomphe, und dazwischen viel Albernheit. Die Kamera blendet Datum und Uhrzeit ein — 3. Juni 1995, zwischen 17:35 und 19:56. Es ist der einzige Film des Archivs, der die Band nicht bei der Arbeit zeigt. Die letzten zwei Minuten, im Club in Rambouillet, sind ohne Ton: dort lief fremde Musik, und welche, weiß niemand mehr. Aus dem Bandarchiv, das Bild ohne Neukodierung.
Konzertmitschnitt (Nünchritz 1995)
Der vollständige Auftritt in Nünchritz bei Riesa am 15. September 1995, vierundzwanzig Minuten aus einer VHS-Digitalisierung des Bandarchivs. Die zehn Stücke des Abends stehen als Setlist in der Chronik. Bei einem davon, der Coverversion „Poupée de son“, ist der Ton stumm: das zugrundeliegende Werk ist nicht lizenziert. Das Bild läuft weiter, und die Ansage davor ist zu hören.
Konzertmitschnitt (Rambouillet 1995)
Der vollständige Auftritt im L’Usine à Chapeaux in Rambouillet am 4. Juni 1995, einundzwanzig Minuten aus einer VHS-Digitalisierung des Bandarchivs. Es ist der einzige bewegte Beleg einer Frankreichreise der Band. Bei einem Stück, der Coverversion „No lloraré“, ist der Ton stumm: der Text ist eigen, die Melodie stammt von The Cure, und für diese Bearbeitung liegt keine Lizenz vor. Das Bild läuft weiter, und die Ansage davor ist zu hören. Vorweg stehen einunddreißig Sekunden, in denen die Band an und neben der Bühne aufbaut — Svens Vorschlag: „Eine halbe Minute der Band beim Vorbereiten zusehen, um die Spannung zu steigern, und dann das Konzert.“
Konzertmitschnitt (Essen 1995)
Kurzer Mitschnitt vom Auftritt im Mezzogiorno in Essen am 1. September 1995, gefilmt von Alexander Pohle — er lernte die Band an diesem Abend kennen. Zu sehen sind der Schluß von „Angst“, „Der Krieg der Plakatkleber“, „Meister des Zufalls“ und der Anfang von „Kein Tag ohne Revolution“. Aus dem Bandarchiv, ohne Schnitt.
Konzertmitschnitt (Höfingen 1995)
Der Schluß des Abends im JH in Höfingen am 16. September 1995: das Ende von „Die Maschine lebt“ und „Weißes Blut“ vollständig, danach bricht der Mitschnitt ab. Aus dem Bandarchiv, aus einer VHS-Digitalisierung geschnitten.
Konzertmitschnitt (Öhringen, März 1994)
Der ganze Abend im Jugendzentrum Öhringen, 37 Minuten, von der ersten bis zur letzten Nummer. Es ist der einzige vollständig gefilmte Auftritt aus der frühen Zeit der Band — und derselbe Mitschnitt, auf dem „Three imaginary boys don’t cry“ nicht zu finden ist, obwohl der Videoumschlag ihn nennt.
Fahrt und Konzert (Bocholt 1994)
Neun Minuten vom 29. Oktober 1994: erst die Fahrt nach Bocholt, dann der Abend im Pannemann — Aufbau im leeren Saal und drei Stücke des Konzerts, „Spiritus“, „Ersetzt“ und „Die Maschine lebt!“, bei dem die Aufnahme abbricht. Die ersten Minuten der Autofahrt sind ohne Ton: dort lief Musik im Wagen, die nicht der Band gehört. Vom Ton dieses Abends ist sonst nichts zu hören — der Mitschnitt ist gesperrt, weil eine Coverversion darin steckt. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung des Bildes.
Einleben zu Besuch (Öhringen 1994)
Fünf Minuten rund um den Abend vom 22. Oktober 1994 im Jugendzentrum Öhringen: vorher die gemeinsame Besichtigung einer Burgruine mit der befreundeten Band Einleben, danach der Morgen im Backstageraum — Monkey Puzzle Tree, die zum Konzert eingeladen hatten, sitzen mit den Blumen des Bösen zusammen, Einleben haben auf der Bühne in Schlafsäcken übernachtet, und am Ende wird zu Hause das Auto ausgeräumt. Kein Konzertmitschnitt, sondern der Tag drumherum. Die ersten elf Sekunden sind ohne Ton: dort lief Musik aus einem Autoradio.
Im Proberaum (Leonberg 1994)
1994
Zehn Minuten aus dem Proberaum in Leonberg, 1994. Geprobt werden „Doktor Allwissend“, „Kein Tag ohne Revolution“, „Angst“ und „Verzeihung, …“, dazu die ersten Takte eines weiteren Stücks. Als Gäste und Zuhörer sitzen Martin „Kaktus“ Roeder — ein halbes Jahr, bevor er der Band ein Album anbietet — und sein Freund Roger dabei. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung.
Interview mit Hans Siebert (Nagold 1993)
Vier Minuten im Freien vor dem Jugendzentrum Nagold, aufgenommen am 3. Juli 1993 vor dem Auftritt beim „Battle of the Bands“. Hans Siebert, damals Leiter des Hauses, spricht mit der Band. Es ist das früheste bekannte Interview der Blumen des Bösen — der Umschlag der Videokassette nennt es eigens. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung.
Konzertmitschnitt (Nagold 1993)
Der vollständige Auftritt beim „Battle of the Bands“ im Jugendzentrum Nagold am 3. Juli 1993, zweiundzwanzig Minuten. Sieben Stücke, die als Setlist in der Chronik stehen. Es ist der früheste Konzertfilm des Archivs. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung — er ersetzt den anderthalbminütigen Ausschnitt „Tanz“, der bis dahin hier stand und aus demselben Band stammt.
Das erste Konzert (Nürtingen 1992)
Achtundzwanzig Minuten vom ersten Konzert der Band, am 28. November 1992 im Big Bang in Nürtingen — das älteste bewegte Bild eines Auftritts im Archiv. Der Mitschnitt bricht mitten in „Ersetzt“ ab, obwohl das Programm laut dem erhaltenen Setlistblatt noch weiterging; wie viele Stücke danach noch kamen, steht in der Chronik. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung des Bildes.
Vierspur-Session im Big Bang (Nürtingen 1992)
Proberaum Big Bang, Nürtingen · 1992
Zweieinhalb Minuten aus dem Proberaum im Big Bang in Nürtingen, 1. und 2. August 1992: eine Aufnahmesession an einem Vierspurgerät. Volker Schmieding sitzt mit Kopfhörern am Schlagzeug — er verließ die Band ein halbes Jahr später —, daneben wird Baß gespielt. Nach Severin Schöllhammers Auskunft wird „Den Pandoras verfallen“ aufgenommen. Es ist die älteste bekannte Bild- und Tonaufnahme der Blumen des Bösen und die einzige aus diesem Proberaum. Aus dem Bandarchiv, ohne Neukodierung des Bildes. Der Einleger des Originalbandes datiert diese Session auf den 1. und 2. August 1992 und führt die sechs Stücke, die daraus die erste Demokassette „Den Blumen des Bösen verfallen“ wurden — man sieht hier also, wie der erste Tonträger der Band entstand.
Excalibur: „Ersetzt“, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
3:56 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „Spiritus“, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
3:32 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „Minnelied“, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
5:32 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All flowers fade“, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
3:49 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All the same to me“, 9. März 1990 — Zugabe
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
3:44 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All the same to me“, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
3:43 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 9. März 1990. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: Nachwuchsfestival im Z, 9. März 1990
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1990
Siebzig Minuten vom selben Festival ein halbes Jahr später, der längste Film dieser Band im Archiv. Auf dem Programm standen an jenem Abend außerdem die Condomspatzen, Veni Vidi Whiskey und die Dead Monroes. Die neunzehn gespielten Titel stehen auf dem Umschlag der Videokassette in der Galerie — darunter fünf, die später zu den Blumen des Bösen mitgingen.
Excalibur: „Ersetzt“, 19. August 1989
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1989
3:51 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 19. August 1989. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All flowers fade“, 19. August 1989
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1989
4:02 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 19. August 1989. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All the same to me“, 19. August 1989
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1989
4:37 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, beim Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt am 19. August 1989. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: „All the same to me“, September 1989
Proberaum · 1989
4:27 Minuten aus dem vollständigen Mitschnitt, im Proberaum, aufgenommen im September 1989. Das Stück ging später zu den Blumen des Bösen mit; hier ist seine früheste überlieferte Fassung zu sehen.
Excalibur: im Proberaum, September 1989
Proberaum · 1989
Siebzehn Minuten Proben bei Tageslicht — das einzige Filmmaterial des Archivs, auf dem diese Besetzung deutlich zu erkennen ist. Der Raum sieht nach Werkstatt oder Lager aus, mit Fensterfront, Arbeitsflächen und gestapelten Schachteln. Der Raum gehörte der Firma von Ines’ Eltern, die der Band dort zu proben erlaubten: Platz, Ruhe, Toiletten — und im Industriegebiet störte die Musik niemanden. Aufgebaut und abgebaut wurde vor und nach jeder Probe.
Excalibur: Nachwuchsfestival im Z, 19. August 1989
Nachwuchsfestival im Z, Filderstadt · 1989
Einundsechzig Minuten vom Nachwuchsfestival im Z in Filderstadt, gefilmt aus dem Publikum. Über der Bühne hängt das Transparent der Band. Es ist derselbe Abend, den die Kassette „Z“ auf Distel Tapes 003 als Tonmitschnitt festhält — von keinem anderen Abend dieser Band hat das Archiv beides. Was gespielt wurde, steht als Setlist auf dem Umschlag der Videokassette in der Galerie: vierzehn Titel.