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Blumen des Bösen · BandarchivBlumen des Bösen

1991–2002

Presse & Interviews

Was andere über die Band gesagt und geschrieben haben, und was die Band ihnen geantwortet hat — Gespräche im Radio, auf Film und in Fanzines aus dem Selbstverlag, Lokalzeitungen und ein paar Seiten, die nur noch das Internet Archive kennt. Zitiert wird kurz: die Texte gehören ihren Verfassern und ihren Blättern. Die Blätter selbst liegen als Scans in der Galerie, dort unter „Presse & Fanzine“; jeder Beleg unten führt direkt zu seinem Blatt.

57
Stimmen
39
Quellen
80
Scans im Bildarchiv
7
besprochene Platten
10
belegte Abende

Alle 57 Stimmen.

Interviews

Dreimal war die Band bei der Wüsten Welle in Tübingen zu Gast, dem Freien Radio der Stadt. Diese Gespräche stehen im Wortlaut auf eigenen Seiten, der Ton dazu. Ebenso das gefilmte Gespräch vor dem Jugendzentrum Nagold von 1993 und das Interview im Kaktus-Fanzine — dessen Verfasser, vier Jahre später Sänger der Band, hat den vollständigen Abdruck freigegeben.

Die übrigen gedruckten Gespräche gehören ihren Verfassern und den Blättern, in denen sie erschienen. Von ihnen steht hier kein Nachdruck, sondern eine Zusammenfassung: die Antworten der Band im Wortlaut, die Fragen sinngemäß verkürzt. Die Seiten selbst liegen als Scan in der Galerie.

Jugendzentrum Nagold, Battle of the Bands

Interview · 3. Juli 1993 · Hans Siebert

„Ich weiß, dass sie nicht verstanden werden, aber ich schreibe nicht, um verstanden zu werden.“

Das früheste bekannte Interview der Band — ein Jahr vor dem Gespräch im Kaktus-Fanzine, zwei Jahre vor dem ersten Besuch im Freien Radio. Hans Siebert leitete das Jugendzentrum Nagold und befragte die Gruppen des Abends vor ihrem Auftritt; die Blumen des Bösen waren die fünfte von neun. Severin Schöllhammer erklärt darin den Bandnamen („Das war damals einfach mein Lieblingsbuch“) und warum er keine Textblätter verteilt, Marty González Martín spricht über den Blickkontakt zum Publikum. Nebenbei fällt eine Angabe, die sonst nirgends steht: die Band hatte schon Jahre zuvor in Nagold spielen wollen, „wo wir noch einen anderen Gruppennamen hatten“. Aufgenommen ist das Gespräch auf Film; er steht im Videoarchiv.

Kaktus, Nr. 2

Interview · 1994 · Martin „Kaktus“ Roeder

„Die spielen so ziemlich den innovativsten Punkrock, den ich in unseren Breiten kenne.“

Das Gespräch führte Martin „Kaktus“ Roeder, der das Heft machte — derselbe, der vier Jahre später Sänger der Band wurde. Alle vier saßen an einem Sonntag vor dem Recorder. Datiert ist der Scan nicht: Arno Ritter wird als „der neue Schlagzeuger“ vorgestellt (er kam im Januar 1994), die „Frage des Jahres“ gilt dem Tod von Kurt Cobain (April 1994), und die erste CD soll „Anfang nächsten Jahres“ erscheinen — das Interview stammt also aus dem Frühjahr oder Sommer 1994. Auf den Seiten steht keine Nummer — kein Kaktus-Heft trägt eine auf der Titelseite. Martin „Kaktus“ Roeder hat sie am 10. September 2026 aus dem Gedächtnis genannt: es war Ausgabe 2. Severin Schöllhammer erzählt darin, wie der Text von „Kein Tag ohne Revolution“ an einer roten Ampel entstand, und nennt als Einflüsse Slits, EA 80, France Gall und TKKG; Marty González Martín berichtet, dass sie die Querflöte in die Band brachte. Den Abdruck im Wortlaut hat Martin „Kaktus“ Roeder am 17. September 2026 freigegeben. „Martin“ ist in diesem Gespräch Martin Ullmann, der Gitarrist — nicht der Fragesteller, der im Heft durchgehend „Kaktus“ heißt.

Pinhead, Nr. 11

Interview · Dezember 1994

Die Versandliste von Pins & Artists kündigt zum Jahresende 1994 an, Pinhead Nr. 11 erscheine ab Dezember und enthalte ein Interview mit der Band. Daher die Datierung. Die Ausgabe Winter 1994/Frühjahr 1995 kündigt auf dem Umschlag Interviews mit Raped, Terrorgruppe, den Blumen des Bösen und den Magic Splatters an. Das Gespräch selbst ist noch nicht ausgewertet.

Belege
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Boot Murder News, Nr. 3

Interview · Januar 1995

„Interpretationen verstümmeln den Inhalt!“

Das ausführlichste Gespräch aus der Zeit. Es nennt die Hörgewohnheiten aller vier — Arno Dark Wave, Punk, Ska und Reggae; Martin Dark Wave, Punk, Gitarrenpop, NDW und Sechziger; Severin Garagenpunk, alten New Wave, Hardcore, Hörspiele und, mit zwei Fragezeichen versehen, dekadente Schlager; Marty die Cranberries, Sugarcubes, EA 80, Mo-Dettes, Girls At Our Best, Raincoats und Slits.

Weiterlesen (6 Absätze)

Die Texte seien bewußt auf deutsch und spanisch geschrieben, den Muttersprachen, und handelten von Selbsterlebtem und Selbstkritischem — „Die Welt unterm Mikroskop!“ Auf die Frage, was sie anders machen würden, antwortete die Band: reiche Eltern haben, einen Proberaum um die Ecke statt einer Stunde Fahrt, und die Fehlversuche bei Schlagzeugern aussparen. „Wir hätten uns einfach früher finden sollen!“ Dieselbe Ausgabe druckt eine Preisliste: das Demo von 1992 für sieben Mark, die 7“ von 1993 und das Tape von 1994 für je acht, drei Titel zusammen für siebzehn — Porto inbegriffen. Die CD sollte im April 1995 erscheinen und ungefähr 25 Mark kosten. Angekündigt wird sie dort noch als Zwölftonner; erschienen ist sie mit fünfzehn Stücken. Und sie ist die Quelle für das zweite Gründungsdatum der Band: „Nach 10jährigem Bestehen (Gründung 20. Nov. ’84), unzähligen Umbesetzungen & Namensänderungen, 3 Demos & 1 Single“ erscheine nun die Debüt-CD; Severin Schöllhammer spricht dort von „10 Jahren Glaube an die Unmöglichkeit“ der eigenen Musik. Das ist kein Widerspruch zum Juni 1992, sondern die längere Rechnung — der 20. November 1984 ist der Tag, seit dem Martin Ullmann und Severin Schöllhammer zusammen Musik machten. Beide Zahlen stimmen, sie zählen nur Verschiedenes. Die schlechtesten Erinnerungen? Martin und Severin: „Daß ehemalige Bandkollegen die Bandkasse geklaut haben.“ Arno: „1 Jahr ohne Band.“ Marty: „Nicht wissen, wie mit ihrer Stimme in Punkmusik umgehen.“ Und die besten? Marty: „Zum ersten Mal die Platte in Händen gehalten.“ Arno: der erste Auftritt, an seinem Geburtstag, „ein erstes richtiges Bandgefühl“. Martin: die ersten Vierspuraufnahmen für das erste Demo. Severin: „Erste positive Reaktionen auf unsere Musik nach 10 Jahren Glaube an die Unmöglichkeit derselben.“ Und die Pläne? „Im August/September ’95 steht eine 2wöchige Deutschlandtour an. Wir werden neue Lieder schreiben, eventuell ein kleines Video drehen. Zukunftsrealität? Frag Nostradamus!“

Belege
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Wüste Welle

Interview · 3. Oktober 1995

„Arno spielt Schlagzeug, hat langes blondes Haar, ist 20 und sieht jung und knackig aus.“

Die Band zu Gast im Freien Radio Wüste Welle in Tübingen, in einer Besetzung, die die Quellen nicht einig nennen: die Ankündigung führt Arno Ritter, Severin Schöllhammer, Martin Ullmann und Bernd Mall — Ullmann war aber seit dem 13. Mai 1995 nicht mehr dabei, und Mall kam für ihn. Die Beschreibung der Hörgewohnheiten weiter unten nennt als vierte Person Marty González Martín. Welche Lesung stimmt, sagt keine Quelle. Weil Radio niemanden zeigt, beschreiben sich die vier zu Beginn gegenseitig — das ist der schönste Teil des Gesprächs. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel versteht die Maschine besonders oft falsch.

Metzinger-Uracher Volksblatt

Interview · 22. Dezember 1995

Severin Schöllhammer nennt die Musik dort „Barockpunk“ — „Punk“ für geradeaus und ohne Kompromisse, „Barock“ für den Sinn für Schnörkel. Zwei Jahre zuvor, in Wassenberg, hatte dieselbe Band ihre Musik noch als „depressiven Punk-Rock“ angekündigt.

Belege
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Wüste Welle

Interview · 10. Januar 1996

„War phänomenal gut. Wir hatten 20 Konzerte, eine kleine Deutschland-Tour und eins in Paris.“

Am Nachmittag vor dem Konzert im Epplehaus, in dessen eigener Sendung auf der Wüsten Welle — zusammen mit Sober, die am selben Abend mitspielten. Die Band sucht sich „Kein Tag ohne Revolution“ und „Entre dos lenguas“ aus, erklärt den Titel der Single („Revolution eigentlich im Kleinen … du selber kannst etwas verändern“) und warum sie deutsch und spanisch singt und nicht englisch. Beim Rückblick auf 1995 fallen zwanzig Konzerte, eine kleine Deutschlandtour, ein Auftritt in Frankreich und der neue Saxophonist aus Tübingen. Der Moderator liest dabei denselben Text über die Band vor, der auch auf der Rückseite der Livekassette „umsonst + drinnen“ steht. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel versteht die Maschine besonders oft falsch.

Wüste Welle

Interview · 2. September 1997 · Captain Gallina

„Genau, wir sind die Veteranen.“

Fast zwei Jahre nach dem ersten Besuch, „exakt vor 100 Sendungen“, wie der Moderator sagt. Das Gespräch hält den Umbruch von 1996/97 fest: Kornel Lapon am Saxophon, Waldek Kopeć an der Gitarre, der Drumcomputer Nox am Schlagzeug — und die Frage, wo die nächste Platte erscheinen soll, nachdem Kaktus Records nicht mehr weitermachte. Genannt werden 13 bis 14 geplante Studiostücke und Matatu Records aus Gera. Die Abschrift stammt von einer Maschine und ist nicht gegengehört. Wo ein Lied in das Gespräch hineinreicht, steht mit einiger Wahrscheinlichkeit Liedtext statt Rede; Liedtitel versteht die Maschine besonders oft falsch.

Back Again, Nr. 4

Interview

„Die Blumen des Bösen wurden im Juni 1992 gegründet von Martin/Gitarre, Severin/Baß, Marty/Gesang und Volker/Schlagzeug.“

Geführt nach der Deutschlandtournee im Spätsommer 1995. Der Verfasser hatte die Band an einem Freitagnachmittag in Essen gesehen, in einem kleinen Laden, angekündigt als Punk — und etwas anderes gehört: „eine Mischung zwischen rauhen Früh-80er Post-Punk und New Wave“.

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Die kürzere der beiden Rechnungen zur Gründung — vergleiche das Interview in der Boot Murder News Nr. 3. Seit wann gibt es die Band? „Die Blumen des Bösen wurden im Juni 1992 gegründet von Martin/Gitarre, Severin/Baß, Marty/Gesang und Volker/Schlagzeug. Alle hatten schon vorher Erfahrung bei diversen anderen Bands gesammelt. Januar 1994 fanden wir unseren jetzigen Schlagzeuger, Mai 1995 verließ Gründungsmitglied Martin die Blumen und wurde durch Bernd ersetzt.“ Wie kommt man darauf, sich nach einem Buch zu benennen? „Charles Baudelaire war ein opiumrauchender Dichter des 19. Jahrhunderts aus Frankreich. In seinem Hauptwerk ‚Die Blumen des Bösen‘ entwickelt er eine Ästhetik des Hässlichen, eine Umkehrung bürgerlicher Werte. Die Sprachgewalt dieses Buches hatte uns bereits 1990 in ihren Bann gezogen, als wir zum ersten Mal an eine Gruppe unter diesem Namen gedacht hatten. Bei der Gründung griffen wir darauf zurück, um uns bewußt von durchschnittlichen Deutsch-Punk-Bands abzuheben.“ Wie kam die CD zustande? „April 1994 bot uns Martin Roeder vom Kaktus-Label einen Plattenvertrag an, nachdem er uns bereits von unseren Produkten und Konzerten gekannt hatte. Da er uns alle Freiheiten zusicherte, nahmen wir an und spielten die Lieder im Januar 1995 ein.“ Bis kurz vor der Veröffentlichung war offen, ob Vinyl oder CD: „Obwohl uns Vinyl mehr zusagt, entschieden wir uns für CD, da der Absatz von Vinyl bei unseren Konzerten immer stärker zurückging.“ Warum deutsche und spanische Texte? „Für uns sind Musik und Texte je 50% des Gesamtliedes. Da uns die Texte wichtig sind, bedienen wir uns unserer Muttersprachen, die wir am besten beherrschen: deutsch und spanisch. Die deutschen Texte sind auch ein festes Konzept gegen die Allgegenwärtigkeit des englischen, unter dessen Deckmantel viele Kombos ihre Plattheiten verbergen, mit der Ausrede der Internationalität.“ Woher kommen die Einflüsse? „Unser Einfluß besteht daraus, daß jeder von uns aus seiner Umgebung Energie aufsaugt, die zu Kreativität verarbeitet wird. Diese Energie beziehen wir natürlich nicht nur aus der Musik, sondern auch aus Stimmungen, Landschaften, Jahreszeiten, Büchern, Filmen, Spaziergängen. Beim Schreiben von Liedern folgen wir Stimmungen und keinen abgekupferten Musikvorstellungen.“ Genannt werden Baudelaires Buch und die Filme „Schindlers Liste“ und „Weißes Blut“ — letzteres ist zugleich der Titel eines ihrer Stücke. Warum ein Cure-Stück auf Spanisch? „‚No lloraré‘ ist keine wörtliche Übersetzung, aber inhaltlich ähnlich. Wir waren der Meinung, daß, wenn man schon ein Lied nachspielt, man ihm seine eigene Handschrift verpassen müsse. Was lag also näher, als es in der Muttersprache Martys zu singen? Es war ein alter Wunsch von uns, ‚Boys don’t cry‘ auf unsere Weise zu spielen, praktisch als eine Hommage an einen Teil unserer Wurzeln. Jeder hatte das Lied schon in vorangegangenen Bands gespielt.“ Live klingt ihr rauher als auf Platte. Absicht? „Es ist eine unterschiedliche Zielsetzung: ein Konzert ist etwas schnell vergängliches und muß blitzschnell verglühen, während Aufnahmen für eine längere Zeit und mehrmaliges Hören bestimmt sind, also lange brennen müssen.“ Wie ging es weiter? Angekündigt wurden eine Live-Kassette auf Gorkon Recordings, „Poupée de son“ auf einem CD-Sampler und womöglich eine Split-Single mit Monkey Puzzle Tree. Erschienen ist die Split 1998, aber mit den Holsteins. Zum eigenen Anspruch: „Unser Weg soll uns nie von der Selbstverwaltung fortführen. Im Moment können wir alles, was wir mit der Band tun, selbst entscheiden, und so soll es bleiben.“

Leistungsabfall, Nr. 2

Interview

Die Band hat dieses Interview auf Tonband gesprochen. Das Blatt schreibt selbst, die Aufnahme sei stark verrauscht gewesen und man habe die Antworten nicht immer den einzelnen Mitgliedern zuordnen können — der Abdruck ist entsprechend sprunghaft. Sicher lesbar ist die Kontaktadresse der Band: sie saß in Neuffen.

Belege
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Besprechungen

Cock Up

Besprechung · 1992

„Überaus charmantes 4-Spur-Demo einer jungen Band aus dem Großraum Stuttgarts. […] Wem RAZZIA, BOXHAMSTER & CO zusagen, der liegt hier goldrichtig.“

Die früheste bisher vorliegende Besprechung überhaupt. Sie kündigt bereits die EP an, die im Jahr darauf erschien.

Malibu

Besprechung · 1993

„Sympathischer deutscher Pop-Punk-Rock. Straighte Gitarren-Songs mit fast schüchtern wirkendem Mädchengesang, etwas wie unterproduzierte Fastbacks & Briten wie Sofa Head.“

Bisher nur als angeschnittener Auszug auf dem eigenen Infoblatt der Band überliefert und auf 1995 datiert. Der Scan der Versandliste ist von Hand mit „Malibu Vertrieb ’93“ beschriftet, führt die EP für 6,90 DM und nennt den zweiten Satzteil, der auf dem Infoblatt fehlte.

Belege
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Teenage Keks, Nr. 2

Besprechung · 1993 · JERK

„Die Musik ist einfach nur schön und ich will sie nicht so gerne in eine Schublade stecken. […] Eine leichte Melancholie zieht sich durch alle Sonx, die Texte gefallen mir auch.“

Bisher nur als Auszug auf dem eigenen Infoblatt der Band überliefert; der Scan des Hefts liegt jetzt vor. Gezeichnet „JERK“ — derselbe, der in Nr. 3 die EP besprach.

Belege
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Incognito Records

Besprechung · 1994

„Überaus charmantes 4-Spur-Demo einer jungen Band aus dem Großraum Stuttgart.“

Kein Heft, sondern der Vertrieb Incognito Records. Überliefert als Auszug auf dem eigenen Infoblatt der Band.

Impact

Besprechung · 1995

„Dunkler Sound, Mischung zwischen Wavesound und Punk ala Fliehende Stürme.“

Aus derselben Versandliste wie der Eintrag zur CD, ausgepreist mit 5 DM; beide stehen auf demselben Scan.

Impact

Besprechung · 1995

„Nachdem die EP in Szenekreisen prima ankam, nun die Debut-CD der Düsterpunks!!“

Aus der Versandliste eines Punk-Mailorders, ausgepreist mit 23,90 DM. Derselbe Block führt unmittelbar darüber die 7"-EP; beide Einträge stehen auf demselben Scan.

Malibu

Besprechung · 1995

„15 hübsche, originelle Songs […] angemischt aus Deutsch-Punk, Indie-Gitarren-Pop & melancholischem Folk, geprägt von der hellen, klaren Stimme der Sängerin Marty.“

Kurzbeschreibung aus der Versandliste des Hamburger Mailorders, ausgepreist mit 25,90 DM. Sie hebt die spanisch gesungene Fassung eines Cure-Stücks hervor — im Archiv „No lloraré“.

Ox-Fanzine, Nr. 21

Besprechung · 1995

„Auweia, was soll ich hierzu schreiben […]“

Die einzige durchweg abweisende Besprechung, die bisher vorliegt: das Heft vergibt zwei von möglichen Punkten. Der Ausriß bricht nach dem ersten Satz ab, mehr ist nicht überliefert.

Boot Murder News, Nr. 4

Besprechung · 1995

„Die Blumen des Bösen schließen die Lücke zwischen EA 80 und Cranberries.“

Der Vergleich, den die Band selbst am liebsten zitierte. Ein halbes Jahr später taucht er im Metzinger Zeitungsinterview wieder auf, dort ohne Quellenangabe.

Belege
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Ox-Fanzine, Nr. 36, III/1999

Besprechung · 1999 · Torsten Felter

„Düsterer EmoWavePunk, begleitet von punkfremden Instrumenten wie Querflöte und Saxophon.“

Felter hält das Album für keine leichte Kost, aber für etwas Besonderes mit Liedermacher-Flair.

Medienkonverter

Besprechung · 14. Oktober 1999

„Deutsch Elektropunk mit NDW und Dark-Einflüssen“

Zwei von fünf Sternen. Bemerkenswert ist eine Nebenbemerkung: der Rezensent stellt fest, dass die Bandseite seit dem 5. November 1999 nicht mehr aktualisiert werde und im Gästebuch bereits über eine Auflösung gemutmaßt werde. Das passt nicht zum Datum des Beitrags — eines von beidem stimmt nicht, nachgeprüft ist es nicht.

Verschiedene Blätter

Besprechung

Ein Sammelblatt mit mehreren Besprechungen aus verschiedenen Heften. Welche Zeile aus welchem Heft stammt, ist darauf nicht durchgehend vermerkt.

Gucky

Besprechung

„Wave-Punk from Germany with brilliant female vocals, one of my favourite German bands of all time!“

Kein Fanzinetext, sondern der Katalogeintrag eines Vertriebs: Die EP steht dort als GM014 für 5,– DM zwischen Wave- und Gothic-Platten aus ganz Europa.

Belege
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No Future

Besprechung

„Eine der geilsten Bands, die in letzter Zeit irgendetwas rausgebracht haben. Das ist zwar nicht dieser typisch geniale Deutschpunk, aber was das Besondere an dieser Band ist, ist der absolut geniale Frauengesang.“

Auf derselben Seite bespricht das Heft auch den Sampler „Irokäsen Sound II“, auf dem die Band vertreten ist.

Belege
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Teenage Keks, Nr. 3

Besprechung

„Marty, ich liebe Deine sanfte Stimme. Gute punkrockige Musik mit leichtem depro-Touch und sehr guten Texten. Schon das Tape gefiel mir ausgezeichnet, die EP ist eine große Steigerung, besonders weil mir diese Stimme nicht mehr aus dem Kopf geht. […] Wunderbare Melancholie.“

Gezeichnet „JERK“. Er hatte schon die erste Demokassette besprochen.

Belege
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Inheritance, Nr. 1

Besprechung

„Die Musik der Blumen stellt eine Mischung aus Wave & Punk dar, die Texte fallen lyrisch aus. Diese Band besteht seit ungefähr 10 Jahren und hat alleine durch diese Hartnäckigkeit Existenzberechtigung.“

Aus den „Demoreviews“ der ersten Ausgabe, Oktober 1994; daneben ein Bandfoto mit den Namen Marty, Martin und Severin. Derselbe Text steht wörtlich auch im Sonic Reducer Vol. 1 — welches Heft ihn zuerst hatte, ist offen. Die Angabe „seit ungefähr 10 Jahren“ rechnet ab 1984 und deckt sich mit der Boot Murder News, nicht mit dem Juni 1992, den die Band selbst als Gründung nennt.

Belege
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Sonic Reducer, Vol. 1

Besprechung

„Die Musik der Blumen stellt eine Mischung aus Wave & Punk dar, die Texte fallen lyrisch aus. Diese Band besteht seit ungefähr 10 Jahren und hat alleine durch diese Hartnäckigkeit Existenzberechtigung.“

Wortgleich mit der Besprechung in Inheritance Nr. 1 — welches Heft den Text zuerst hatte, ist offen.

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Ebus Chatbreaker

Besprechung

„Fetzige Klänge zwischen englischem Indie-Beat und melodischem Punk sind zwar nichts Besonderes, die engelhafte Stimme namens Marty dafür umso mehr. Völlig konträr zu diesen verzerrten Gitarren, und trotz der nicht ganz deutlichen Aussprache absolut positiv.“

Gezeichnet „EBU“. Besprochen ist nicht die CD, sondern eine rund achtzehnminütige Vorab-Kassette dazu — dieselbe, die auch der Teenage Keks kannte. Als Bezugsquelle nennt das Heft neben der Band auch Kaktus Records, Martin Roeder, in Gomaringen.

Belege
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Plastic Bomb, Nr. 22

Besprechung

„Die Stuttgarter Blumen des Bösen machen keinen Punkrock im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine deutschsprachige Variante von Chumbawamba zur „Slap“-Zeit mit hochpolitischen Texten, die eine direkte Verwandtschaft zum Hippietum nicht leugnen können.“

Das Heft selbst liegt nicht vor. Erhalten ist die Besprechung nur als Zitat auf der Bandseite des Labels Matatu Records, dort abgerufen über das Internet Archive; das eigene Archiv des Fanzines reicht nicht so weit zurück.

Goth’s not dead, Nr. 4

Besprechung

„Die Musik ist eine sogar recht annehmbare Mischung aus Wave und Punk, könnte man Post- oder Positive-Punk nennen. Das Ganze könnte sehr geil sein, wenn die Sängerin ihre Stimme noch etwas ausarbeiten könnte, und… Tja, und wenn die Aufnahmequalität erträglich wäre. […] Würde die Band eine CD machen, wäre ich sicherlich erfreut, zumal die Texte auch noch gut sind. Aber so ein Tape schadet der Band mehr, als es nutzt.“

Die einzige rundum kritische Stimme im Archiv, gezeichnet „B.I.“. Sie richtet sich gegen die Aufnahme, nicht gegen die Lieder.

Belege
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My Way, Nr. 38

Besprechung · Matthias Lang

„Die Blumen des Bösen sind eine sehr gute deutsche Band, die eine sehr eigene Art von Wave-Punk spielen, sehr faszinierend neben Sound und Texten die Sängerin.“

Aus der Rubrik „Pop News“. Die Kassette enthalte „viele unveröffentlichte Stücke, darunter auch einige Live- und Alternativ-Versionen“, für 8 DM. Das Heft nennt als Label Gorkon Recordings; die Besprechung im Goth’s not dead Nr. 4 schreibt Beton Tapes, beide über Alex Pohle in Hamburg.

Belege
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Plastic Bomb, Nr. 30

Besprechung

„Getragen von Melancholie und Trauer suhlen sich die Blumen des Bösen zwischen Tragik und Schmerz […]. Es ist ein düsterer Endzeit-Sound mit Saxophon, Querflöte und Keyboard, aus dem die klare, helle Stimme der Sängerin wie ein Lichtkegel herausragt.“

Wie die Besprechung in Nr. 22 nur als Zitat auf der Labelseite von Matatu Records erhalten.

Konzertberichte

Think, Nr. 17

Konzertbericht · 1991

„Die Baudelaire-Übersetzung hatte ihren ersten Auftritt und Heimspielbonus. Herrlich unbeholfen noch und ganz witzig.“

Der einzige bekannte Bericht über einen Auftritt der Vorgängerband Flowers of Evil — in Filderstadt, nach der Datierung der Spalte am 27. März 1991. Das Heft nennt die Gruppe beim deutschen Namen, den sie damals noch nicht trug. Die Band hat die Zeilen zwei Jahre später im Beiheft von „Der erste Versuch“ selbst zitiert und damit als ihre bestätigt; dort steht auch, dass es bei diesem einen Auftritt blieb.

Kaktus, Nr. 3

Konzertbericht · 1994

„Wann gab es das zum letzten Mal im Epplehaus, daß eine Band drei Zugabenblöcke spielen mußte, bevor sie mangels Songmaterial die Instrumente beiseite legen mußten.“

Der Abend hieß „Umsonst & Drinnen“. Der Bericht hebt die Querflöte und die „teilweise ungewöhnlichen Songstrukturen“ hervor, die die Band für den Verfasser „zu einer Kultband erheben“. Das Heft machte Martin „Kaktus“ Roeder; ob der Bericht von ihm selbst stammt, sagt der Ausschnitt nicht.

sirdirk.de

Konzertbericht · Dirk Gartmann

„Die Blumen waren wirklich gut, wurden aber überhaupt nicht akzeptiert. Nach jedem Song klatschten nur 2–3 der etwa 250 anwesenden Leute.“

Gartmann („Sir Dirk“) fuhr aus Berlin für 124 DM Fahrtkosten ins AJZ Talschock. Die Blumen kamen gegen 22.30 Uhr auf die Bühne und spielten 45 Minuten vor rund 250 Leuten; danach spielten die Fliehenden Stürme.

sirdirk.de

Konzertbericht · André

Ein Besucher aus Heidenheim, der nur „André“ genannt wird, beschreibt den Abend im Limelight, ohne zu wissen, dass es der letzte der Band war: gut eine Stunde Spielzeit vor höchstens 150 Zuschauern, ein unhörbarer Gitarrist, ein elektronisches Schlagzeug, das „kaum hörbar vor sich hin“ trommelte, und ein Saxophon, das ihm gefiel. Veröffentlicht von Dirk Gartmann auf derselben Seite wie der Chemnitzer Bericht.

Ankündigungen

Programmblatt „EL SHALOM“

Ankündigung · Mai 1996

Herausgegeben vom Kreisjugendwerk der Region Gera. Dieses Blatt hat einen bis dahin unbekannten Termin ins Archiv gebracht.

Belege
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Erwähnungen

Pins & Artists, Die Liste zum Jahresende ’94

Erwähnung · Dezember 1994

Die Versandliste bietet ein Tape der Vorgängerband Excalibur an und vermerkt dabei, die Gruppe heiße inzwischen Blumen des Bösen — der bislang einzige zeitgenössische Beleg für die Umbenennung von außen. Dieselbe Liste kündigt Pinhead Nr. 11 mit einem Interview der Band für Dezember an und datiert damit auch dieses Heft. Und die Liste hatte einen Grund, das Tape zu führen: Angi Henn, die den Mailorder betrieb, war zuvor die Managerin von Excalibur — auf dem Kassetteneinleger von „Z“ steht sie unter ihrem Künstlernamen „AH Fehlkauf“.

Belege
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Metal Spirit

Erwähnung · 1995

„Gesagt-getan, beide Stücke werden auf der im April erscheinenden CD enthalten sein.“

Loonatikk erzählen in einem Interview, wie der Tausch der Coverversionen zustande kam: die Blumen des Bösen brachten den Vorschlag im Januar 1995 mit ins Studio, jede Band sollte ein Stück der anderen aufnehmen. Im selben Absatz steht, dass Loonatikks Ex-Gitarrist — die Band trennte sich im Oktober 1994 von ihm — danach bei den Blumen des Bösen einstieg und dort den Gitarristen ersetzte, der nach den CD-Aufnahmen ausgestiegen war. Die Seite beginnt mitten im Satz; die vorangehende liegt nicht vor.

Plastic Bomb

Erwähnung · 3. Dezember 2001

Eine Besprechung der Nachfolgeband dot.commando, die auf die Herkunft aus den Blumen des Bösen verweist.

Ox-Fanzine

Erwähnung · 8. März 2002

Eine Besprechung der Nachfolgeband dot.commando, die auf die Herkunft aus den Blumen des Bösen verweist.

Interzone, Nr. 2

Erwähnung · Oktober 2002

„die von vielen Leuten ja lange als Geheimtip galten, aber nie wirklich den Bekanntheitsgrad erreichten, den sie verdient gehabt hätten“

Aus einer Besprechung der Nachfolgeband dot.commando; im Nachfolger hört das Blatt einen härteren, zeitgemäßeren Klang.

Eigene Blätter

Infoblatt der Band

Eigenes Blatt der Band · 1995

Das Blatt, das die Band ihren Sendungen an Hefte und Vertriebe beilegte. Es druckt Auszüge aus Besprechungen ab — von dort stammen die Zeilen aus Teenage Keks Nr. 2, aus Malibu und von Incognito Records, deren Hefte selbst nicht vorliegen. Das Blatt ist nicht datiert; der Inhalt weist auf 1995.

Belege
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Nicht bestimmt

Boot Murder News, Nr. 4

Art nicht bestimmt

Ein zweiter Ausschnitt aus derselben Ausgabe, im Pressespiegel der Band unter „Underdog TV“ abgelegt.

Belege
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littérage, Nr. 9

Art nicht bestimmt

Aus dem Pressespiegel der Band; erhalten ist nur die Titelseite der Literaturzeitschrift.

Was fehlt

Von den drei Sendungen der Wüsten Welle Tübingen (3. Oktober 1995, 10. Januar 1996 und 2. September 1997) liegen die Mitschnitte vor und stehen oben unter den Interviews; eine Ankündigung oder Besprechung dazu ist aber nirgends auffindbar — der Sender ist im Internet Archive erst ab 2000 vertreten. Gedrucktes aus den Jahren 1997 und 1998 liegt überhaupt nicht vor.

Bei mehreren Ausschnitten ist nicht vermerkt, welches Blatt sie gedruckt hat — sie stehen oben als „Lokalpresse“ oder „Unbekanntes Blatt“. Wer die Hefte im Regal hat, möge nachsehen.