Letztes Konzert
Das letzte Konzert der Band. Die Bandchronik auf der alten Seite endet im Oktober 1999 und kennt diesen Abend nicht; belegt ist er durch die Nachrichtenseite des Labels Sturmhöhe (Stand 7. März 2001): „DIE BLUMEN DES BÖSEN haben sich leider aufgelöst. Das letzte Konzert fand am 03.06.00 im LIMELIGHT – Stuttgart zusammen mit FLIEHENDE STÜRME statt.“
Ein Besucher aus Heidenheim, der auf der Fanseite von Dirk Gartmann nur „André“ genannt wird, hat den Abend beschrieben: Die Blumen begannen gegen 22 Uhr und spielten gut eine Stunde vor höchstens 150 Zuschauern. Vom Gitarristen sei nichts zu hören gewesen, das elektronische Schlagzeug habe „kaum hörbar vor sich hin“ getrommelt; das Saxophon habe ihm gefallen, es hätte öfter kommen dürfen.
Quellen: web.archive.org/web/20010307080709/http://www.sturmhoehe.de/News/body_news.html und web.archive.org/web/20020606093257/http://www.sirdirk.de/body_fs.htm. Der Bericht gehört seinem Verfasser; hier steht nur eine Zusammenfassung mit kurzen Zitaten.
In der Zeitung
Die Stuttgarter Nachrichten führten den Abend in ihrer Terminspalte: „Limelight, Blumenstraße 22: Fliehende Stürme & Blumen des Bösen, Sa, 21 Uhr.“ Der 3. Juni 2000 war tatsächlich ein Samstag. Die Adresse des Limelight lautete Blumenstraße 22.
© Stuttgarter Nachrichten. Aus der gedruckten Ausgabe, Rubrik „Termine“; hier nicht abgebildet.
Was gespielt wurde, ist nicht überliefert — von keinem Abend dieser Monate gibt es eine Setlist. Severin Schöllhammer erinnert für den Herbst 1999 einen festen Vorrat von zwölf Liedern, aus dem die Band schöpfte; er steht bei den Liedern selbst. Für diesen Abend nennt er eine Abweichung: hier spielte die Band „Zonengrenze ’84“ zum ersten und einzigen Mal vor Publikum.
Severin Schöllhammer erinnert sich
Roman Schönsee war auch dabei. Er kam auf mich zu und sagte mir, dass er es kaum fassen könne, dass die Blumen aufhören. Er wirkte sichtlich bewegt und zum ersten und einzigen Mal habe ich ihn mit etwa feuchten Augen gesehen. Roman war beim ersten und beim letzten Konzert der Blumen des Bösen dabei. Dieser gemeinsame Weg endete.
Ich selber konnte es auch nicht wirklich fassen. Ich verbrachte die Zeit vor dem Auftritt nicht mit den bald ex-Kollegen, sondern mit meiner damaligen Freundin in einem Café. Auf der Bühne stand ich wie unter Schock. Ich funktionierte und spielte routiniert die Lieder, die mir in Fleisch und Blut übergegangen waren. Aber ich war nicht wirklich da. Nicht verbunden mit dem Abend, der Band, vielleicht nicht mal mehr mit mir selbst. In der Nacht, wieder zuhause, erlitt ich den ersten Nervenzusammenbruch meines Lebens. Vielleicht gibt es schönere Erinnerungen an jenen Abend, aber dieses sind die meinen.
Aufgeschrieben im September 2026, gut fünfundzwanzig Jahre danach.