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Blumen des Bösen · BandarchivBlumen des Bösen

Zonengrenze ’84

01Zonengrenze ’84 · 4:05Text lesen
Mein Leib steht unter Schock, als das Niemandsland beginnt drei Erwachsene, ein Kind, an der Zonengrenze 84 die Straßen sind leer, es kommt niemand mehr an Orten, die das Auge nie gesehen Eine Reise in die Vergangenheit eine Reise zurück in eine Zeit als die Häuserwände grauer war'n und blauer Dunst aus Pappe kam Ein Leben wie Maschinen schon lange vorbestimmt zieht einsam seine Kreise davongeweht im Wind verlorene Ansichtskarten aus dem Paradies nebenan verdorrte Phantasie mischt ein lebendiges Bild Der Stachel sitzt im Draht, viel tiefer als im Herzen begrenzt diese Welt, voller Leid und voller Schmerzen das System hat kein Gesicht, Pokerface auf Raten während bunte Pappenkisten weiter blauen Dunst ausatmen

Text: Martin „Kaktus“ Roeder

Alle erhaltenen Fassungen dieses Liedes →

Der Liedtext folgt einer Videobeschreibung im Netz und ist noch nicht gegen ein Original geprüft. Erhalten sind zwei gebrannte CDs: die erste aufgenommene Fassung, entstanden mit und bei Chris in der Neuhalde in Tübingen, und die Studiofassung vom März 2000 aus Stuttgart. Woher der Text kommt, hat Martin „Kaktus“ Roeder am 10. September 2026 erzählt. Das Lied entstand nicht auf der Tour im Oktober 1999, wohl aber die Anstöße für mehrere Textstellen. Andi von den Fliehenden Stürmen berichtete abends nach einem Konzert von den ersten Auftritten seiner früheren Band Chaos Z: für Berlin (West) mussten sie durch die DDR transitieren, und er war damals höchstens vierzehn oder fünfzehn. „Da standen wir also an der Grenze in unseren Punkoutfits, drei Erwachsene und ich mit meinem Kinderausweis und die Grenzbeamten haben uns schief angeschaut.“ — Die Zeile „Die Straßen sind leer, es kommt niemand mehr“ ist ebenfalls ein Satz Andis, aber aus ganz anderem Anlass: beim Konzert in Marl war der Schacht 8 groß und das Publikum überschaubar, und er überlegte, ob es sich lohne, mit dem Beginn noch zu warten. Martin Roeder verband beides mit seinen eigenen Kindheitsreisen zu Verwandten in der DDR — auch dort drei Erwachsene und ein Kind — und mit der Gegenfahrbahn, auf der zur Grenze hin keine Autos mehr kamen.